Oktober 2016

Hab‘ Dich doch nicht so“ – Diagnose „Somatoforme Störung“

Der Verband „Pro Psychotherapie e.V.“ hat jetzt eine Pressemeldung zu dieser Diagnose herausgegeben: Wie oft hört man von Freunden oder Familienmitgliedern: „Jetzt hab’ Dich doch nicht so, Du bist ja gar nicht krank.“ Die Realität aber ist, dass rund 13 Prozent der Deutschen an „somatoformen Störungen“ leiden, davon sind wiederum 60% Frauen und 40% Männer. Diese Menschen haben über ein halbes Jahr lang sicht- und fühlbare chronische Beschwerden, deren Ursachen aber oft organisch nicht auffindbar sind. Sehr wahrscheinlich liegen dann psychische Ursachen vor, die auf das vegetative Nervensystem einwirken. Die Patienten erleben neben ihren körperlichen Beschwerden auch die Folgen im persönlichen, sozialen und beruflichen Umfeld. Die somatoformen Störungen drücken sich vielfältig aus: Die meist genannten sind Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Schmerzen (Rücken, Kopf, Gelenke oder Brustbereich), Enge-Gefühle, Atemknappheit und Verdauungsprobleme. Die Ursachen für somatoforme Störungen können in der Gegenwart sowie in der Vergangenheit liegen. Die Leistungsgesellschaft fordert auch hier ihren Tribut, nur dass die Reaktion kein Burn-Out ist, sondern zu somatoformen Störungen führt. Die familiären Ereignisse in der Kindheit können ein Auslöser sein, beispielsweise chronisch-kranke Eltern oder Geschwister sowie Missbrauchserlebnisse. Mittels psychotherapeutischem Vorgehen können aktuelle sowie frühere Belastungssituationen aufgearbeitet werden. Verhaltenstherapeutische Begleitung ermöglicht einen anderen Umgang mit dem eigenen Erleben sowie eine andere Sicht der körperlichen Symptome, die zu einem neuen, stabileren Selbstbild führen. Zu guter Letzt bringt die therapeutische Aufmerksamkeit die gewünschte Fürsorge, nach der sich viele Patienten sehnen. Wichtig ist bei der Diagnose einer somatoformen Störung, dass die möglichen körperlichen Ursachen geprüft wurden. Danach wird ein Zusammenhang mit psychischer Belastung geprüft. Es wird abgefragt, ob körperliche Probleme mit psychischen Phasen einhergehen oder verstärkt werden.

Quelle: https://www.therapie.de Ausführliches Dossier (Ursachen, Formen und Therapiewege) zu „Somatoformen Störungen“.

April 2016

Hypnose kann nach Meta-Studie Schmerzen bei Fibromyalgie lindern.

Hypnose könnte gegen die Schmerzen bei Fibromyalgie helfen. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie, die jetzt im Fachblatt European Journal of Pain veröffentlicht wurde. Ein Team um Forscher des Universitätsklinikums Regensburg wertete dafür sieben randomisierte, kontrollierte Untersuchungen mit insgesamt 387 Fibromyalgie-Patienten aus. Diese waren zwischen 40 und 50 Jahren alt und zu 90 Prozent weiblich. Die Ursachen der Fibromyalgie sind nach wie vor ungeklärt, die Krankheit ist schwer zu diagnostizieren. Behandeln lassen sich nur die Symptome. Ein Teil der Patienten erhielt Sitzungen mit Hypnose beziehungsweise geführter Imagination, ein anderer erhielt die Standardtherapie, Physiotherapie, Autogenes Training oder keine Behandlung….

Ergebnis: Die Schmerzlinderung fiel im Vergleich zur Kontrolle deutlich größer aus, auch die psychische Belastung reduzierte sich in der Hypnose-Gruppe deutlich stärker als in der Kontrollgruppe. Bei Fatigue und Schlafstörungen, unter denen Fibromyalgie-Patienten oft leiden, zeigte sich ebenfalls ein Effekt…. Nebenwirkungen der Hynose gab es keine.

Fazit der Forscher: Diese komplementärmedizinische Methode kann als ein Ansatz zur Behandlung von Fibromyalgie-Schmerzen gelten.

Quelle: https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/hypnose-lindert-schmerzen-bei-fibromyalgie-10936

September 2015

Immer mehr Kinder mit Depressionen

Immer häufiger stellen Ärzte bei Jugendlichen oder gar schon bei Kindern eine Depression fest. Kinder- und Jugendpsychiater sind alarmiert. Dies berichtet Sabine Dobel in der Ärztezeitung vom 2. März. Bei zwei bis vier Prozent der Kinder im Grundschulalter stellen Fachärzte eine depressive Episode von mehreren Wochen oder Monaten fest, bei Jugendlichen sind es 14 Prozent, fast so viele wie bei Erwachsenen mit 20 Prozent. „Es gibt eine dramatische Zunahme im ambulanten und stationären Bereich.“ So die Einschätzung von Professor Gerd Schulte-Körne von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität München. Grund für die hohen Zahlen bei Jugendlichen sind laut DGKJP unter anderem neben Pubertät schulische Überforderung - und Mobbing in Schule oder sozialen Netzwerken. Fast 30 Prozent der Schüler sind damit konfrontiert, fast die Hälfte spricht nicht darüber und schämt sich für das „eigene Versagen“. Ein Hauptrisiko für psychische Störungen bleibt ein frühes Trauma. „Am meisten betroffen sind Kinder, die frühe traumatische Erfahrungen hinter sich haben: Sexueller Missbrauch, körperliche Misshandlung“, sagt Schulte-Körne.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de